• Gemischtes Blütenwunder

Gemischtes Blütenwunder

19.07.2019 OTHMAR ZISWILER, Leiter Gärtnerischer Detailhandel JardinSuisse

Garten – Sie, liebe Leser, haben beim Online-Voting Anfang Juli abgestimmt und entschieden, dass Sie mehr darüber erfahren möchten, wie man aus einer Steinwüste eine Staudenpracht macht. Mit den Infos von JardinSuisse gelingt Ihnen das Staudenbeet.

Gärtnern könnte ganz einfach sein, wenn nur nicht die ganze Arbeit wäre. Giessen bei Trockenheit, Schutz vor Frost, aufbinden, abschneiden, Schädlings- und Unkrautkontrolle – Staudenbeete, so glaubt man, brauchen ständige Fürsorge. Doch stimmen die Voraussetzungen, ist das Gegenteil der Fall.

Mit ihrer blühenden Vielfalt und ihren Farben und Formen haben Staudenrabatten eine besondere Magie. Dennoch bevorzugen viele Gartenbesitzer kaum bepflanzte Steinwüsten. Damit entgeht ihnen einiges: zum Beispiel der magische Anblick, wenn sich vielfarbige Blüten öffnen und Schmetterlinge durch den Garten fliegen. Staudenrabatten besitzen ganzjährig eine sich verändernde und immer besondere Schönheit. Während die Steinwüsten auf lange Sicht oft zu einem zeitaufwendigen Ärgernis werden, ist die Pflege vielgestaltiger Staudenrabatten einfach und mit wenig Aufwand verbunden – vorausgesetzt, ein paar Grundvoraussetzungen stimmen.

Weniger Pflege als Steingärten

Wer seinen Vorgarten bepflanzen und möglichst wenig Zeit in die Pflege investieren will, sollte sich die Vor- Ort-Bedingungen anschauen, das heisst den Standort, die Sonnenstunden und Bodenfeuchtigkeit. Pflanzen, die die Sonne lieben, aber im Schatten stehen, werden kränkeln und schwach wachsen. Ewig Durstige verkümmern auf windexponierten, heissen Rabatten. Wer unsicher ist, was wo am besten wächst: In Gärtnereien oder Fachgartencentern stehen Experten zur Verfügung, die alle Fragen zum richtigen Standort beantworten. Im Gegensatz zu Steinen wirken Pflanzen kühlend und heizen sich nicht auf – ein wichtiges Argument speziell im Sommer. In Rabatten, wo Stauden dicht an dicht wachsen, finden Unkrautsamen kaum Platz. Damit entfallen lästige Jätaufgaben.

Blütenkerzen bis in den September hinein

Kompakte Stauden, die standfest sind, sich als robust gegen Krankheiten erwiesen haben und lange blühen, gibt es zuhauf. Viele von ihnen sind unersetzliche Nektarweiden für Wildbienen. Werden sie in Schweizer Gärtnereien gekauft, sind sie perfekt an die lokalen Bedingungen angepasst und wachsen zügig an. Ein Star in der Staudenrabatte ist die Duftnessel (Agastache). Insbesondere die dramatisch dunkelviolett blühenden Sorten Black Adder und Blue Fortune sowie die grünlich-weiss blühende Alabaster sind verlässliche Züchtungen und stehen bei Bienen und Schmetterlingen hoch im Kurs. Sie erreichen eine Höhe von 70 bis 90 cm und verströmen an heissen Tagen einen feinen, aromatischen Duft. Wer die Blütenkerzen nach dem Hauptflor zurückschneidet und die Pflanzen etwas düngt, wird zum Herbst hin mit einer zweiten Blüte erfreut. Orangefarben blüht die Sorte Kudos Mandarin, deren Laub nach Minze und Ananas duftet – als Kübelpflanze auf Balkon und Terrasse geniesst sie Kultstatus. Agastachen stehen gerne auf eher trockenen, sandigen, gut durchlässigen Böden und müssen nur bei grosser Trockenheit gegossen werden.

Blütensalbei und hoher Sommer-Phlox

Sommerphlox Echinacea

Ideale Partner für die Duftnesseln sind Sonnenhut (Echinacea), Prachtkerzen (Gaura lindheimeri), Kugeldisteln (Echinops), Salbei und flächig wachsende Bodendecker wie Ysop oder Erigeron karvinskianus. Beim Garten-Blüten- Salbei (Salvia) haben sich speziell die violett-blau blühenden Sorten Ostfriesland und Caradonna sowie ihr weisses Pendant Schneehügel bewährt. Wer die Pflanzen alle zwei bis drei Jahre teilt, wird mit einer besseren Wuchs- und Blühkraft belohnt. Besonders schön wirken sie zu den Blütenwolken des Gartenphlox. Ganz allgemein gehört der hohe Sommer- Phlox (Phlox paniculata) zu den eindrücklichsten Gartenstauden. Bei seinen Blütenfarben ist fast jede Nuance vertreten: Schneeweiss, Pastell, Rot, Violett, Blau … Wer nach besonders gesunden Pflanzen Ausschau hält, wird bei den Sorten Bright Eyes – sie blüht in hellem Rosa mit pinker Blütenmitte –, der reinweissen David und der kirschroten Red Riding Hood fündig.

Dauerbrenner: Echinacea

Nicht vergessen darf man die beeindruckenden Echinacea mit ihren an kleine Igel erinnernden Samenständen. Ein Echinacea-Klassiker ist die Sorte Prairie Splendor, die bereits im Juni zu blühen beginnt und bis zum ersten Frost auf sattgrünen Stängeln eine rosarote Blüte nach der anderen produziert. Besonders bunt ist die Sorte Cheyenne Spirit, die als Farbmischung in Gelb, Orange bis Rot erhältlich ist. Beide Sorten sind Bienenfutterpflanzen, eignen sich zum Schnitt und können problemlos in Töpfen auf dem Balkon gehalten werden.

Bei all diesen Pflanzen gilt: Stimmt der Standort, werden sie langfristig viel Freude bereiten. Im Herbst darf man die verblühten Samenstände gerne stehen lassen. Frost und Raureif werden fragile Kunstwerke aus ihnen basteln. Kurz vor dem Neuaustrieb im Frühling wird das alte Grün entfernt. Etwas Dünger oder Kompost, und die gemischten Blütenwunder werden aufs Neue verzaubern.


So legen Sie ein Staudenbeet an

Pro Quadratmeter kommen ca. 7 bis 9 Staudenpflanzen zum Einsatz. Vor dem Pflanzen muss das Beet gut aufgehackt werden. Achten Sie darauf, dass keine Wurzelunkräuter vorhanden sind. Die Stauden legen Sie in Gruppen oder wild durcheinander aus. Danach die Pflanzen nicht zu tief einpflanzen und die Fläche mit 5 cm Splitt abdecken. Dies verhindert das Keimen von Unkräutern. Am Schluss gut wässern. Die beste Pflanzzeit ist der Herbst. Dank der Winterfeuchte muss viel weniger gegossen werden. Tipp: Wenn Sie zwischen die Stauden Blumenzwiebeln pflanzen, dürfen Sie bereits ab dem zeitigen Frühling die ersten Blüten im Beet bestaunen!


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